Untersuchung der Wirkung von Flowforms und Glaskaskaden
auf das Verrühren von Hornmistpräparat
im Vergleich mit der Verrührung von Hand und Rührmaschine
In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft spielt das Verrühren von Hornmist präparaten eine zentrale Rolle. Dabei werden Flüssigkeitsmengen von bis zu 500 Litern in einem großen Bottich für eine Stunde, üblicherweise von Hand ausgeführt, rhythmisch verrührt.
Das Problem für die Demeterhöfe ist wie bei vielen anderen Institutionen das Personalproblem, dass es immer weniger Menschen gibt, die sich in diesen Dienst stellen, und so soll ein Weg untersucht werden, das Rühren mit apparativer Hilfe durchzuführen und dabei zu einer ähnlich wirkenden und akzeptablen Qualität des Präparates zu kommen, möglichst ohne dass große Qualitätsmängel entstehen.
Hier besteht ein dringender Klärungsbedarf. Die bisher auf dem Markt verfügbaren Rührmaschinen scheinen nicht den Anforderungen zu entsprechen, sodass das Institut für Strömungswissenschaften gebeten wurde, mit Hilfe von rhythmisierenden Schalen eine Untersuchung anzustoßen, bei der die Verrührungsergebnisse an die Qualität der Handverrührung herankommen. Neben dem eigentlichen Verrührungsprozess sind auch Pumpen nötig, welche beim maschinellen Rühren das Präparat befördern. Zu möglichen Qualitätseinflüssen des Pumpprozesses liegen unserer Kenntnis nach nur wenige Untersuchungen vor, wie das kürzlich abgeschlossene so genannte Pumpenprojekt.1
Im ersten Untersuchungsansatz soll die neuartige Reibungspumpe, welche sich in dieser vorangegangenen Untersuchung als besonders geeignet erwiesen hat, zum Einsatz kommen.1 Die Durchmischung des Hornmistpräparates soll mit zwei verschiedenen Kaskaden untersucht und miteinander verglichen werden.
Zusätzlich soll die Durchmischung mit der Handverrührung und mit Hilfe einer gängigen Rührmaschine, wie sie auf Demeterhöfen eingesetzt werden, untersucht werden. Alle Verrührungen werden für insgesamt eine Stunde durchgeführt.
- Die Flowform Glonn, welche einen gleichmäßigen Rhythmus bei einem Durchfluss von ca. 30 Liter pro Minute aufweist. Sie wurde zur Produktion von starken Lemniskatenrhythmen zu Vermengungs- und Wasseraufbereitungszwecken hinsichtlich der Lebensmittelverarbeitung konzipiert. Sie kann vertikal in einem Gestell gestapelt werden oder an Seilen aufgehängt werden.2 Die Schalen sind aus Keramik mit einer glasierten Innenfläche hergestellt, so dass sie neutral gegenüber Flüssigkeiten reagieren. Durch den gestapelten Versuchsaufbau wechselt die Fließrichtung immer wieder.
- Die Glasbehälterkaskade von Peter Berg, die wie die Flowforms in einem Gestell gestapelt werden und wobei der Durchfluss in einem geschlossenen Kreislauf vonstatten geht. Hier wird beim Durchfluss eine gleichmäßige Fließbewegung erzeugt, die einem ständigen Richtungswechsel unterliegt.
- Die Rührmaschine verrührt das Wasser mit dem Hornmistpräparat mechanisch. Dabei wird durch das Rührgestänge ein Wirbel innerhalb des Gefäßes erzeugt. Wenn der Fließrand des Wirbels eine festgelegte Höhe erreicht hat, in der Regel, wenn der Trichter fast den Boden erreicht hat, wird automatisch die Drehrichtung des Rührgerätes geändert.
- Bei der Handverrührung wird mit dem Rührgerät, idealerweise ein fester Reisigbesen oder Geräte aus Holz (Keulenform oder Holzleisten an Rundholz befestigt) gleichmäßig am äußeren Rand gerührt, bis sich ein Trichter bis fast zum Boden bildet. Dann wird die Rührrichtung plötzlich umgekehrt und das Rühren wird ohne Pausen fortgesetzt. Diese Verrührung wird als Referenz der Untersuchung mit in die Probennahme aufgenommen.
- Als weitere Referenz soll auch der Durchfluss mit Quellwasser untersucht werden
Bei der Untersuchung soll in einem ersten Schritt ein möglichst umfassendes Bild möglicher Einflüsse gewonnen werden auf:
- Veränderungen des Strömungsverhaltens mit der Tropfbildmethode als ganzheitlicher Ausdruck der Flüssigkeitsqualität,
- Wirkungen der gepumpten Flüssigkeiten auf Lebensprozesse, hier auf den Menschen als erstes, einfaches Versuchsobjekt durch die wirkungssensorische Prüfung.
Prüffragen hierbei sind:
- Werden die wirkaktiven, qualitativen Eigenschaften einer hochwertigen Flüssigkeit durch die Pumpe und durch die Bewegung der Flowforms sowie durch die Glasbehälterkaskade und die Rührmaschine verändert?
- Werden die qualitativen Eigenschaften einer sensiblen Flüssigkeit wie es das biologisch-dynamische Präparat Hornmist darstellt, durch den Versuchsaufbau verändert?
Als zweiter Schritt wäre es interessant die Prüffrage auf die biodynamische Präparatewirkung auszuweiten und dieses Projekt zu einem Partnerprojekt z. B. mit der Universität Witzenhausen und/oder dem Forschungsring in Darmstadt zusammen zu machen, da hier ebenfalls ein Interesse am Mikrobiom in der Erde und am Wachstum der Pflanzen besteht.
1 Hoffmann, Th., A. Krebs, T. Lederle, Chr. Liess, E. Wohlleben, M. Schleyer (2025): Untersuchung der Wirkung von Pumpen auf die Qualität der geförderten Flüssigkeit bzw. biologisch–dynamischer Präparate, Projektbericht, Teil 1, Herrischried.
2 Wilkes, A. John (2008): Das Flowform-Phänomen, Verlag Engel & Co., Stuttgart